• Unbekannter Meister:

SCHLUSSTEIN
mit Gesichtsmaske und Laubkranz


15. Jahrhundert
Aus Rottweil
Verwendung in einem Rippenkreuzgewölbe nicht gesichert.

Schilfsandstein. Feine Reliefarbeit, Blattwerk unterhöhlt. Geringe Stoßstellen. Keine Spuren
einer Verwendung oder Bemalung. Gesamthöhe
57 cm. Spannweite des Rippenkreuzes 80 cm. Durchmesser des Wulstes mit dem Relief 46 cm.
Mit Stäben und Hohlkehlen gegliedertes
Rippenprofil auf der Gewölbeunterseite
H 17 cm, B 17 cm. Ohne Zeichen.


 

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Der spätgotische Schlußstein eines Rippenkreuzgewölbes wurde 1952 erstmals verzeichnet, war aber schon lange zuvor in der Sakristei der Lorenzkapelle aufgestellt. Seine Herkunft ist unbekannt. An den schrägen Ansatzflächen der Rippen sind keine Spuren einer Verwendung zu finden, sodaß angenommen werden muß, daß das handwerklich ausgezeichnet gearbeitete Werk nie als Gewölbeschluß diente. Der Schlußstein war auch nicht gefaßt, wie etwa die dienenden Steine der spätgotischen Gewölbe im Heiligkreuzmünster. Die ursprüngliche Bestimmung des Schlußsteins läßt sich vielleicht noch durch Vergleich mit den Rippenprofilen spätgotischer Gewölbe feststellen. Geheimnisvoll, wie alle Masken, wirkt auch dieses von hohlliegendem Blattwerk verschleierte Gesicht mit den asymmetrischen Zügen, den blinden Sehschlitzen, den schwungvollen Augenbrauenbogen und den hängenden Mundwinkeln. Was verbirgt sich hinter dieser Maske?